Bootsfinanzierung

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Sean O’ Dwyer /Shutterstock.com

Ein Boot oder auch eine Yacht ist eine kostspielige Angelegenheit. Aufgrund der hohen Unterhaltungskosten wie Wartung, Liegeplätze und Versicherungen, ist das Leasing von Booten eine beliebte Alternative zum Kauf. Wer sich aber für einen Kauf entscheidet und eine Finanzierung in Anspruch nehmen möchte, hat es bei Banken nicht einfach. Speziell wenn mehr als nur ein kleines Motorboot gekauft werden soll, geht es schnell um hohe Beträge. Regionale Banken die eher auf PKW Finanzierungen oder Immobilien spezialisiert sind, bieten entweder keinerlei Optionen an oder zumindest keine günstigen.

Wer ermöglicht eine Bootsfinanzierung?

Wer bei der eigenen Hausbank als guter Kunde geführt wird, diverse Finanzierung mit der Hausbank realisiert hat und dabei immer pflichtgemäß die Raten bedient hat, der kann auch bei einer Bootsfinanzierung Glück haben. Durch das Internet haben sich in den letzten Jahren auch noch weitere gute Optionen entwickeln können.

Grundsätzliche Optionen:

  • Filialbanken vorzugsweise die eigene Hausbank
  • Werft direkt
  • Direktbanken aus dem Internet
  • Finanzdienstleister (viele sind spezialisiert auf Bootsfinanzierungen)
  • Kreditportale die Kredite von Privatpersonen vermitteln *

* Die Chancen einen privaten Geldgeber auf Portalen wie smava oder auxmoney zu finden ist aber realistisch betrachtet sehr gering. Ein privater Kreditgeber sucht sich auf den Portalen Anfragen, mit der Verwendungsweck er etwas anfangen kann. Wird ein Kredit zum Beispiel für einen PKW benötigt, gibt es ausreichend Kreditgeber, die sich in der Thematik auskennen. Bei Booten und vorallem auch Yachten, haben die wenigsten Menschen ausreichend Erfahrung um dies beurteilen zu können. Auch Geldgeber aus den Kreditportalen verleihen nicht gerne Geld für Dinge, deren Wert sie nicht selbst beurteilen können.

Welche Daten sind wichtig bei einem Boot?

  • Aus welcher Werft kommt das Boot / Welcher Hersteller
  • In welchem Jahr wurde das Boot hergestellt
  • Um welchen Bootstypen handelt es sich
  • Wo ist der Liegeplatz
  • Welcher Kaufpreis wird verlangt
  • Welchen Restwert hat das Boot
  • Wofür wird das Boot genutzt
  • Wieviele Vorbesitzer hat das Boot
  • Seriennummer
  • Bilder vom Boot
  • Steuernachweis wenn das Boot im Ausland gekauft wird
  • Gibt es eine Originalrechnung

Für Kreditgeber zählen bei einer Bootsfinanzierung wie oben zu sehen einige Fakten, die man auch beim Kauf eines PKWs kennt. Zusätzlich spielen aber auch noch weitere Rollen einen wichtigen Faktor.

Wer ein Boot aus zweiter Hand finanzieren möchte muss einen Auszug aus dem Register vorlegen. Obligatorisch sind auch Nachweise der Haftpflichtversicherung und einer Vollkaskoversicherung, da es sich immer um hohe Finanzierungssummen handelt. Der Bootswert dient hierbei als Deckungssumme eine Untergrenze liegt in der Regel bereits bei 100.000 Euro.

Durch eine Restschuldversicherung kann der Zinssatz für eine Bootsfinanzierung gesenkt werden.

Was interessiert den Kreditgeber einer Bootsfinanzierung noch?

Ein wesentlicher Faktor ist der Liegeplatz. Soll das Boot innerhalb der EU seinen Liegeplatz haben, ist der Liegeplatz kein Ausschlusskriterium. Wenn das Boot allerdings außerhalb liegen soll, fallen viele Finanzdienstleister weg. Zu groß ist hier das Risiko für den Geldgeber. Wichtig ist auch die Information ob das Boot verchartert werden soll, auch wenn dies nur zeitweise geschehen soll. Denn eine Drittperson geht, auch aufgrund fehlender Erfahrung, nicht immer ideal mit dem Boot um. Die Geldgeber unterscheiden hier also im Wesentlichen zwischen einer rein privaten Nutzung oder einer gewerblichen Nutzung des Bootes.

Kairos69 /Shutterstock.com

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Wichtig ist auch was für ein Boot finanziert werden soll. Ähnlich wie beim Autos, gibt es verschiedene Bootsarten. Nicht jeder Finanzdienstleister oder jede Bank ermöglicht eine Bootsfinanzierung für alle Modelle.

Bootsarten:

  • Motorisiertes Segelboot
  • Unmotorisiertes Segelboot
  • Schlauchboote
  • Yachten
  • Motorboote
  • Jetskis
  • Katamarane

Yachten sind allerdings eigentlich eine eigene Linie von Bootsfinanzierungen, denn hier liegt das Investitionsvolumen weit über dem der anderen Bootsarten. Finanzdienstleister unterscheiden hier gezielt zwischen Yachten und Booten.

Da das Boot gleichzeitig auch als Sicherheit dient, wird die Bootsfinanzierung mit einer Zweckbindung vergeben. Wichtig für den Kreditgeber ist ein objektives Urteil über Wert und Zustand des Bootes. Dabei spielen Aussagen vom Kreditnehmer und dem Verkäufer eine untergeordnete Rolle. Ein Wertgutachten ist für den Kreditgeber äußerst interessant. So wird durch Zustand, Alter, Marke und Ausstattung der wirkliche Wert ermittelt und der Kreditgeber weiß, mit welchem Gegenwert das Boot als Sicherheit dienen kann.

Tipp der Redaktion

Wer Eigenkapital zur Finanzierung mitbringt, hat in der Regel einen Vorteil bei der Zinsbildung. Es lohnt sich also vorab ein wenig Geld zur Seite zu legen. Wer sich dann beim Kreditgeber vorstellt, kann durchaus bessere Konditionen bekommen.

Kreditvergleich auch bei Bootsfinanzierung wichtig

Durch die großen Summen bei der Bootsfinanzierung können schon wenige Prozentpunkte bei der Verzinsung große Auswirkungen haben. Ein online Kreditvergleich ist aus dieser Hinsicht absolut empfehlenswert. Unser Rechenbeispiel soll aufzeigen welche Auswirkungen ein günstigerer Kredit haben kann.

Rechenbeispiel

Kredit A Kredit B
Kreditsumme 100.000 Euro 100.000 Euro
Laufzeit 120 Monate 120 Monate
Effektiver Jahreszins 6 Prozent 4,5 Prozent
Monatliche Rate 833,33 Euro 833,33 Euro
Zinsen pro Jahr 6.000 Euro 4.500 Euro

Die Einsparung pro Jahr beträgt also immerhin 1.500 Euro, auch wenn letztendlich nur 1,5 Prozentpunkte beim effektiven Jahreszins eingespart werden.

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