Anschlussfinanzierung

Nimmt ein Kreditnehmer eine hohe Kreditsumme auf, kann diese oft nicht im Zeitraum der vereinbarten Zinsbindung abgezahlt werden. Am Ende dieser Zinsbindung, steht der Kreditnehmer vor der Frage, ob bei der Kredit bei einer neuen Bank weitergeführt wird oder bei der alten Bank bleibt. Eine zusätzliche Überlegung könnte eine Anschlussfinanzierung sein.

Bacho / shutterstock.com

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Tipp der Redaktion:

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihre Bank Ihnen die günstigste Finanzierung anbietet. Befassen Sie sich rechtzeitig mit der Umschuldung Ihres Kredits, kann sich das in barer Münze auszahlen.

Das Internet kann dabei behilflich sein, eine passende und günstige Anschlussfinanzierung zu finden.

Das Forward-Darlehen

Das Forward-Darlehen ist das beste Beispiel dafür, dass es sich lohnt langfristig zu planen. Bereits bis zu 5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung, kann de Kreditnehmer sich ein Forward-Darlehen sichern. Beim Forward-Darlehen werden die aktuellen Zinsen auch für den Anschlusskredit nach der Zinsbindung übernommen. Speziell wenn der Kreditmarkt ansteigende Zinsen vermuten lässt, kann es sinnvoll sein diese Art der Anschlussfinanzierung rechtzeitig festzulegen.

Der Darlehensbetrag ist in diesem Fall exakt der Betrag, der beim alten Kredit als Restschuld übrig bleibt. Auch wenn das Forward-Darlehen schon Jahre vor Ablauf des alten Kredits abgeschlossen wird, wird die Darlehenssumme nicht direkt ausgezahlt. Ist die Zinsbindung des ursprünglichen Kredits abgelaufen, überweist die neue Bank den offenen Restbetragt an die alte Bank (der Kreditnehmer hat das Geld nie in den Händen). Ab diesem Zeitpunkt zahlt der Kreditnehmer die fälligen Raten an die neue Bank.

Für das Forward-Darlehen fallen allerdings doch noch Kosten an, die man beachten muss. Für das fortführen der alten Zinssätze lässt sich die neue Bank eine gewisse pauschale bezahlen. Pro Monat, den der Kreditnehmer das Forward-Darlehen im Voraus zusagt, schlägt die Bank zwischen 0,01 und 0,03 Prozent auf.

Beispielrechnung:

Kreditnehmer schließt Forward-Darlehen 3 Jahre im Voraus ab. Erhält dafür eine Zinsbindung von 10 Jahren und friert für diesen Zeitraum den bisherigen Zinssatz von 4,95 Prozent ein. Aufgeschlagen wird nun 0,01 Prozent pro Monat im Voraus. Bei 3 Jahren sind das 36 Monate, also ein Aufschlag von 0,36 Prozent. Der sich daraus ergebende Zinssatz beträgt 5,31 Prozent.

Aktuell sehr günstige Situation

Aufgrund der aktuell inversen Zinslage, sind Forward-Darlehen aber sogar deutlich günstiger zu haben. Es gibt immer wieder Angebote für Forward-Darlehen, ganz ohne jeden Aufschlag. Wer ein solches Angebot ausfindig macht, kann sich einen aktuellen Zins, lange in die Zukunft hinaus sichern. Geht man von den maximalen 5 Jahren aus, bis die Zinsbindung ausläuft und rechnet dann weitere 10 Jahre Zinsbindung dazu, kennt man seinen Zinssatz für die nächsten 15 Jahre.

Das Forward-Darlehen ist aber auch eine Anschlussfinanzierung mit gewissen Risiken. Steigen die Zinsen in der Zukunft nicht, hat der Kreditnehmer ein 0 Geschäft gemacht oder wenn die Zinsen fallen sogar ein Minusgeschäft. Da es schwer ist die Zinsentwicklung über Jahre hinaus vorherzusagen, ist das Forward-Darlehen immer eine Art Lotterie. Gute Chancen hat man selbstverständlich dann, wenn man sich in einer absoluten Niedrigzinsphase befindet. Denn wenn die Zinsen historisch tief liegen, ist das Risiko auf ein weiteres Abfallen der Zinsen sehr klein.

Das Forward-Darlehen muss natürlich auch dann angetreten werden, wenn die Zinsen deutlich gefallen sind.

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