Gibt es Kredite für Existenzgründer?

Grundsätzlich ist die Finanzierung des ersten eigenen Unternehmens ein wichtiger Meilenstein, wobei aber immer auch bedacht werden sollte, dass es hier verschiedene Möglichkeiten gibt. Daher ist es durchaus sinnvoll, auch alle Optionen zu kennen, denn ein Nein von der eigenen Hausbank oder eine Absage von Vergabestellen für Fördermittel kann sich oftmals sogar als Pluspunkt erweisen. Zumindest muss eine solche Absage aber ganz sicher kein Aus für die eigene Geschäftsidee sein. Weiterhin sollte bedacht werden, ob man wirklich mit Kredite arbeiten möchte oder ob es nicht sinnvoller ist, eine Risikobeteiligung durch private Investoren zu akzeptieren und dabei auch von deren Know How zu profitieren. Es muss nämlich nicht immer ein Kredit sein!

Rawpixel / shutterstock.com

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Von der Geschäftsidee zum Gründungskapital

Trotzdem ist der Weg von der Geschäftsidee zum Gründungskapital nicht so ganz einfach, denn hier sind viele Entscheidungen zu treffen, die dann die Umsetzung des Businessplans entweder ermöglichen oder so verhindern, das es sogar nötig sein kann, diesen abzuändern oder komplett neu zu schreiben.
Wichtig ist also zuerst einmal festzulegen, was gekauft werden soll. Das bedeutet:

  • Welche Immobilien
  • Welche Einrichtungen
  • Welche Maschinen oder Geräte benötigt das Unternehmen?
  • Wovon sollen Steuern, Versicherungen, Gehälter und Provisionen gezahlt werden?
  • Welche Eigenleistung bringt das Management in Form von Arbeitsleistung und vorhandenem Know How ein?
  • Was muss an internem oder externem Wissen zusätzlich finanziert werden?

Dabei empfiehlt es sich außerdem, die Kosten lieber etwas höher als zu tief anzusetzen.

Die ersten Gedanken

Die ersten Gedanken sollten also nicht nur darum kreisen, wie man am besten die eigene Hausbank zum Kredit überredet oder wie man am ehesten öffentliche Fördergelder erhält, sondern es gilt wirklich in die Ferne und auf die eigene Vision zu schauen und diese schriftlich zu fixieren.

Schließlich gründet man sein Unternehmen für das eigene berufliche und persönliche Fortkommen und nicht zum Gefallen einer Vegabestelle für Fördermittel und auch nicht für den Umsatz der Hausbank.

In der Regel wird es nämlich gerade bei geplanten größeren Vorhaben so sein, dass die Bank den Kredit ablehnt und Förderprogramme zwar vorhanden aber schwer zu bekommen sind. Wer also wirklich erfolgreich gründen möchte, sollte hier am besten mit privaten Investoren arbeiten. Diese wiederum interessiert aber nicht die Sicherheit, sondern die Geschäftsidee und die Möglichkeit, einer Risikokapitalbeteiligung.

Welche Überlegungen sollten angestellt sein?

Daher sollte nicht nur im Mittelpunkt stehen, wie das Unternehmen später aussehen soll, sondern auch, wie man dies zu erreichen gedenkt. Das bedeutet:

  • Wer verschiedene Wege sieht, kann diese gerne notieren.
  • Wer sich vorstellen kann, verschiedene Finanzierungswege zu nutzen, sollte auch das festhalten.
  • Wer bereits sicher investierbare Beträge monetärer oder nicht-monetärer Art vorliegen hat – sei es in Form von eigenen Geldanlagen, sei es in Form von Know How oder wie auch immer – sollte auch dies schriftlich festhalten.

Hier sollte bedacht sein, dass auch ein bestimmtes Konzept oder ein vorhandener eigener Kundenstamm sowie ähnliche Materialien durchaus als Kapitalbasis gewertet werden können, denn sie sind im wahrsten Sinne des Wortes bares Geld wert. Dies gilt vor allem dann, wenn mit privaten Investoren gearbeitet werden soll.

Die Zusammenarbeit mit privaten Investoren

Wesentlich sinnvoller, zielführender und effizienter ist da die Zusammenarbeit mit privaten Investoren. Diese potenziellen Partner und deren Netzwerke lassen sich leicht online recherchieren und sind auch ideale Ansprechpartner, wenn das Unternehmen als künftiges großes Unternehmen geplant ist und seinen Sitz oder zumindest Teilunternehmen im Ausland haben soll.

Hier lohnt sich auch die Risikobeteiligung, denn in diesem Fall ist das Unternehmen nicht mit Krediten belastet und startet mit einer sehr guten Eröffnungsbilanz. Gleichzeitig liegt weiterführendes Know How im Unternehmen vor.

Wie sieht ein gutes Finanzportfolio aus?

Weiterhin sollte bedacht werden, welche Investitionen wann zu tätigen sind und welche Rücklagen evtl. benötigt werden. Das bedeutet, wenn Immobilien gebaut werden sollen oder Fahrzeuge bzw. Maschinen gekauft werden müssen, so sollte hier der Zeitpunkt fixiert werden.
Denn zu diesem Zeitpunkt muss das Geld durch den Kredit der Bank oder den privaten Investor auf dem Konto des Unternehmens eingegangen sein.

Hier gilt es weiterhin nicht nur einen kurzfristigen sondern auch einen mittelfristigen und einen langfristigen Finanzplan aufzustellen.

Dabei wird schon ersichtlich, dass man verschiedene Beträge in unterschiedlicher Höhe zu verschiedenen Zeitpunkten benötigt und anhand dieser Planung kann dann die Finanzierung über verschiedene Kredite oder Risikobeteiligungen etc. gestaltet werden.

Die Zusammenarbeit mit Banken und Sparkassen

Eine Option ist nun die Zusammenarbeit mit Banken und Sparkassen, wobei diese Lösung gerade für Existenzgründer nicht sehr erfolgswahrscheinlich ist. Meist vergeht sehr viel Zeit bis wirklich eine Entscheidung fällt und diese ist oft negativ. Das bedeutet nicht, dass es keine Kredite für Existenzgründer gibt, sondern das Banken überaus vorsichtig reagieren und bewerten. Fehlendes Eigenkapital und fehlende Sicherheit sowie fehlende Bürgen bedeuten in der Regel das aus.
Etwas positiver gestaltet sich die Zusammenarbeit, wenn bereits eine Fördermittelzusage vorliegt, aber auch diese hat einfach zu viele negative Aspekte als das man seine Geschäftsidee als Start up oder auch nur als kleines Unternehmen daran knüpfen sollte.

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