Autofinanzierung vs. Leasing

Der alte Wagen streikt und es muss ein neuer her. Doch woher das Geld dafür nehmen?
Menschen in dieser Situation können sich zwischen Finanzierung oder Leasing eines neuen Wagens entscheiden. Doch was passt besser zur jeweiligen Lebenssituation und welche Möglichkeit ist die günstigere?

FotoYakov / shutterstock.com

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Hier hilft nur selber rechnen und gut die vorliegenden Angebote zu vergleichen.

Wer sich schon einmal einen neuen Wagen zugelegt hat kennt diese Situation. Die verschiedenen Angebote werden sehr Vorteilhaft beworben und es fällt schwer die tatsächlich vorhandenen Vor- und Nachteile heraus zu finden.
Doch was macht diese Unterschiede zwischen den beiden Modellen eigentlich aus?

Ein Auto zu leasen

bedeutet eigentlich, dass mit dem Leasinggeber ein Nutzungsüberlassungsvertrag oder ein sogenannter atypischer Mietvertrag verhandelt wird, bei dem der „Käufer“ das Fahrzeug für eine bestimmte Zeit gegen Zahlung nutzen kann.
Die Ausstattung und das Fabrikat des Autos kann der Leasingnehmer also der „Käufer“ meistens selbst bestimmen.

Durch die monatliche Rate die gezahlt wird, finanziert sich das Auto für den Leasinggeber bis zu einem bestimmten Restwert.
Der Vorteil von Leasingverträgen ist zum Beispiel der oft mit angekoppelte Servicevertrag.
Das heißt wenn das Fahrzeug, durch den Leasingnehmer unverschuldet kaputt geht und repariert werden muss trägt dies in der Regel der Leasinggeber. Auch die Wartung ist in solche Verträge mit eingebunden.
Meistens sind auch die monatlichen Raten, die für das Auto gezahlt werden müssen geringer, als bei einer normalen Finanzierung.

Die Probleme entstehen bei Leasingverträgen oft erst am Ende des Vertrages.

Für den Kunden ist es daher sehr wichtig, keinen Restwertleasingvertrag abzuschließen, da er bei dieser Variante den Restwert des Wagens Garantiert. Bei einem geringeren Restwert, etwa verursacht durch Preisverfall durch neue Nachfolgermodelle oder ähnlichem muss er die Differenz an den Leasinggeber bezahlen.

Besser sind da die Kilometerleasingverträge, bei denen eine bestimmte Laufleistung des Fahrzeuges vereinbart ist. Ist in der Mietzeit mehr gefahren worden müssen Nachzahlungen geleistet werden, ist allerdings weniger gefahren worden, können bestimmte Beträge von Leasinggeber gutgeschrieben werden.

Bei allen Leasingverträgen gilt jedoch: ist das Fahrzeug durch die Schuld des Leasingnehmers beschädigt, zum Beispiel mit Kratzern und Dellen oder Flecken auf den Sitzen, die nicht mehr heraus gehen, so muss er den Schaden dem Leasinggeber ersetzten.

Nach Ablauf der Leasingzeit kann sich der Leasingnehmer dann entscheiden, ob er das Auto zum Restwert übernimmt oder nicht. Entscheidet er sich dagegen steht er erst einmal ohne Wagen da. Hier ist jedoch der Vorteil, dass sich der Leasingnehmer in regelmäßigen Abständen einen neuen Wagen leasen kann.

Bei einer Autofinanzierung

geht es im Gegensatz dazu, darum Eigentum zu erwerben.
Der Käufer sucht sich ein Auto und die passende Ausstattung aus und ist nach Ablauf der Finanzierung der Besitzer des Wagens. Bei diesem Modell steht die Rechenarbeit am Anfang und nicht am Ende wie bei dem Leasingmodel. Wichtig ist es die richtige Bank zu finden, um eine maßgeschneiderte Finanzierung zu erhalten.

Die Finanzierung der Herstellerbank hat oft einen günstigeren Zinssatz als die Hausbank des Autokäufers. Es kann jedoch sinnvoll sein, gegenüber dem Autohaus als Barkäufer aufzutreten um so einen besseren Preis für das Auto heraus zu handeln.
Dieser Preisunterschied sollte so groß sein, das die höheren Zinssätze der Hausbank die Ersparnis nicht komplett aufbrauchen.

Ein Nachteil für die Finanzierung sind die im Gegensatz zum Leasen höheren monatlichen Kosten für das Fahrzeug. Auch die Wartung und Reparaturen müssen selbst bezahlt werden. Der große Vorteil ist, dass am Ende der Finanzierung das Auto in den Besitz des Käufers übergeht, egal wie viele Kilometer er damit gefahren ist, oder ob es irgendwo Kratzer oder Flecken hat.
Wenn man dann die Gesamtlaufzeit des Autos betrachtet und die Kosten darüber verteilt liegt man über den gesamten Zeitraum betrachtet oftmals wieder günstiger als mit einem Leasingvertrag.

Leasing und Finanzierung haben beide ihre Vor- und Nachteile.

Bei der Wahl des geeigneten Modells ist es wichtig vorher für sich selbst zu klären:

  • Ob man Eigentum erwerben will
  • Ob es in regelmäßigen Abständen ein neues Auto sein soll.
  • Wie hoch können die monatlichen Raten für ein Auto sein?
  • Ist es wichtig, dass Wartung und Reparatur nicht selber gezahlt werden müssen oder ist auch für eine eventuelle Reparatur des Fahrzeuges genug Geld im Budget vorhanden?
  • Wie lange soll das Auto genutzt werden und wie viel wird gefahren. (Für Vielfahrer sind Leasingverträge mit Kilometerbegrenzung eher ungünstig.)

Fazit

Alles in allem kann das Finanzierungsmodell trotz der im ersten Moment höheren Kosten mehr Pluspunkte verbuchen als das Leasingmodell. Die für sich selbst beste Entscheidung trifft man aber sicherlich mit eine Pro- und Contra- Liste, in die die persönlichen Lebensumstände mit einfließen.

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