Der nominale und der effektive Jahreszins

Banken verwenden gegenüber ihren Kunden häufig die Begrifflichkeiten des nominalen und des effektiven Jahreszinses. Als Kreditnehmer oder auch als Anleger von Geldkapital sollte man jedoch die wesentlichsten Unterschiede der beiden Termini kennen.

g0d4ather / shutterstock.com

g0d4ather / shutterstock.com

Der nominale Jahreszins

Der nominale Jahreszins, oft auch kurz als Nominalzins bezeichnet, ist derjenige Zinssatz, den die Bank bei Krediten pro Jahr vom Kreditnehmer als Entgelt für die Kreditgewährung fordert oder den sie bei Kapitalanlagen pro Jahr auf die Anlagesumme zahlt.
Es ist wesentlich, dabei zu wissen, dass sich der Nominalzins grundsätzlich auf ein Kalenderjahr bezieht.
Der Nominalzins wird durch die Bank daher stets durch den Zusatz p.a. (lateinisch: pro anno oder per annum) gekennzeichnet.

Beim Kredit, so beispielsweise beim Darlehen, werden die Zinsen jedoch monatlich gezahlt. Der Abrechnungszeitraum für die unterjährig durch den Kreditnehmer an die Bank gezahlten Zinsleistungen ist jedoch grundsätzlich das Jahr.
Nach Ablauf des Jahres erhält der Kreditnehmer üblicherweise durch die Bank eine sogenannte Saldenmitteilung zugeschickt. Diese enthält unter anderem eine Information darüber, wie viele Zinsen der Kreditnehmer im Verlaufe des verflossenen Jahres an die Bank gezahlt hat.
Bei Kapitalanlagen ist es hingegen üblich, dass die Bank die erwirtschafteten Zinsen zum Ende des Anlagejahres oder des Kalenderjahres dem Konto des Anlegers gutschreibt.
Der Nominalzins bezieht sich dabei stets auf den Zinssatz ohne den Zinseszinseffekt!

Der effektive Jahreszins

Der effehktive Jahreszins, kurz auch als Effektivzins bezeichnet, berücksichtigt hingegen den Zinseszinseffekt. Der effektive Jahreszins bezieht sich grundsätzlich auf den Nominalzins zuzüglich der bereits vergüteten Zinsen.
Letztere werden jedoch wiederum verzinst!

Der effektive Jahreszins

Auf sämtliche unterjährig bereits erhaltene Zinsen, ganz gleich, ob sie der Anleger nun monatlich, quartalsweise oder aber halbjährlich gutgeschrieben bekommt, erhält der Anleger nämlich nochmals Zinsen.
Diese, auf die jeweilige Zinsgutschrift gewährten Zinsen, erhöhen den nominalen Zinssatz.
Auf diese Weise entsteht der effektive Jahreszins, der in aller Regel höher ist, als der nominale Zinssatz.

Da die meisten Banken und Kreditinstitute heute bereits monatliche, quartalsweise oder halbjährliche Zinsgutschriften anbieten, kann der Kunde auf diese Weise vom effektiven Jahreszins profitieren.
Sämtliche unterjährigen Zinsgutschriften sind daher nämlich ein probates Mittel, um den nominalen Zins eines Guthabens wirksam zu erhöhen.

Wer durch den Effektivzins den Zinseszinseffekt nutzen möchte, um seine Zinserträge zu erhöhen, sollte daher stets ein Bankkonto bevorzugen, welches unterjährig, also monatlich, quartalsweise oder halbjährlich Zinsen auszahlt.

Weitere thematisch passende Beiträge