Warum werden Kredite für Selbstständige seltener vergeben?

Viele Selbstständige kennen das Problem: man braucht einen Kredit, aber weil man eben selbstständig ist, wird man abgelehnt. Warum ist das so?

ra2studio /shutterstock.com

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Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Kredit für Selbstständige:

Manche Banken bieten gezielt Kredite für Selbstständige an, bevor diese jedoch vergeben werden, wird streng kontrolliert, ob sie überhaupt vergeben werden. Dafür muss das Einkommen in einer gewissen Höhe sein.
Da das Einkommen bei Selbstständigen schwankt wird der Durchschnittswert ermittelt.

Dafür wird vom Steuerberater eine betriebswirtschaftliche Auswertung angefertigt, die den Verdienst zeigt und wie es um das Betriebsvermögen steht. Ein Kredit wird auch meist nur gewährt, wenn man schon mehrere Jahre selbstständig ist und dabei die Bilanzen der letzten Jahre sehr gut waren, d.h. dass es regelmäßige Geldeingänge gab.
Dies ist am Anfang der Selbstständigkeit natürlich nicht möglich, aber genau da braucht man meist den Kredit “um auf die Beine zu kommen”.

Gerade als Selbstständiger kann es dazu kommen, dass in der Firma Probleme auftreten, die unvorhergesehen sind. Diese lassen sich oftmals nur mit einem Kredit bewältigen, der aber nicht leicht zu bekommen ist.
Viele Banken sehen Kredite an Selbstständige als hohes Risiko an, da diese kein gleichbleibend hohes Einkommen haben und man nicht sagen kann, ob nicht in ein paar Monaten die Kreditrate nicht mehr zu bezahlen ist.
Um einen Kredit zu bekommen muss man sehr gute Zahlen haben, d.h. der monatliche Verdienst muss so hoch sein, dass die Kreditsumme im vorgegebenen Rahmen abgezahlt werden kann und es muss ein gewisses Eigenkapital vorhanden sein.

Eine andere Möglichkeit sind Kreditvermittler, die zwischen Selbstständigem und Bank vermitteln und durch die jahrelange Zusammenarbeit mit der Bank eine größere Chance auf Erfolg haben.

Eigenkapital

Die Höhe des Eigenkapitals spielt eine große Rolle bei der Vergabe von Krediten, d.h. je höher das Eigenkapital, desto besser stehen die Chancen einen Kredit gewährt zu bekommen.
Außerdem wird von den Banken oft verlangt, dass man Sicherheiten stellt. Diese können Hypotheken, Pfandrecht u.Ä. sein.

Ein Problem bei Selbstständigen ist, dass wenn ein Kunden nicht zahlt, es sein kann, dass auch sie ihre Kreditsumme nicht zahlen können, damit erhöht sich das Risiko der Bank. Je höher das Risiko für die Bank, desto höher wird auch der Zinssatz, weshalb dieser bei Selbstständigen auch höher ist als bei Arbeitnehmern.

Zur zusätzlichen Absicherung versuchen Banken schon bei niedrigen Kreditsummen eine sogenannte Restschuldversicherung abzuschließen, dies verteuert aber die Kreditsumme.
Darüber hinaus wird oft noch eine Bürgschaft gefordert, sodass mehr als eine Person für die Tilgung der Kreditsumme haftbar gemacht werden kann, was eine weitere Absicherung vor Kreditausfall für die Bank darstellt.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass es einfacher für einen Angestellten ist, einen Kredit zu bekommen, da er durch sein festes Gehalt ein regelmäßiges, gesichertes Einkommen hat, wodurch es nicht zu einem Ausfall der Ratenzahlung kommt, gerade wenn das Arbeitsverhältnis unbefristet ist.

Dadurch dass Selbstständige, aber auch Freiberufler, kein gesichertes Einkommen haben und dies jederzeit wegfallen kann, ist das Risiko des Kreditausfalls sehr viel höher, wodurch auch das Risiko der Bank steigt. Deshalb wird einem Selbstständigen seltener ein Kredit gewährt.

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