Woran erkennt man einen Kredithai

Ausgangslage

Die Situation:
Sie sind auf der Suche nach einem Kredit, wollen aber selbstverständlich keinem Kredithai in die Hände fallen.
Die Herausforderung:
Seriöse Kreditunternehmen und Kredithaie voneinander trennen.
Die Lösung:
Mit unserem Ratgeber die skrupellosen Lockangebote entlarven.

Mike Elliott /shutterstock.com

Mike Elliott /shutterstock.com

Man findet sie auf Webseiten, die man eigentlich gar nicht angeklickt hat. Als Anzeigen in der Lokalzeitung oder als Wurfpost im heimischen Briefkasten. Gerade in den Zeiten der Bankenkrise, als das Zinsniveau besonders niedrig war, wurde man beinahe überschwemmt von Kreditangeboten, die hohe Kreditsummen zu besonders günstigen Konditionen versprachen und auch heute noch scheinen mehr Kreditinstitute als zuvor bereitwillig Ratenkredite an “Grenzfälle” ausgeben zu wollen.

Natürlich steckt nicht hinter jedem Angebot ein Kredithai, deswegen ist es wichtig, auf ein paar elementare Dinge zu achten, um beinahe jedes Lockangebot zu enttarnen.

Auf die Form achten

Bevor man sich überhaupt mit den Kreditangeboten auseinandersetzt, sollte man zunächst auf das offensichtliche, die Optik und die Formatierung achten.

  • Enthält das Angebot besonders viele Ausrufezeichen?
  • Ist vielleicht gar von “Sofortkrediten” die Rede und verspricht man “hohe Kreditsummen innerhalb weniger Stunden?
  • Enthält das Angebot allgemein wenig Informationen?
  • Wird nur mit Angeboten, nicht aber mit Bedingungen geworben?

Dann hat man bereits den ersten Anhaltspunkt gefunden, dass es sich hierbei vielleicht nicht um ein bsonders seriöses Angebot handelt. Wer unternehmerisch Kredite vergibt, geht immer ein Risiko ein und dieses wollen seriöse Anbieter natürlich möglichst klein halten, weswegen sie sich im Regelfall ihre Kunden ganz genau aussuchen. Wer also schnelle Entscheidungen über hohe Summen verspricht, geht ganz bewusst ein hohes Risiko ein.

Die BaFin

In Deutschland ist die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht) ein wichtiges Organ, das sich unter anderem auch um die Lizenzierung bei der Vergabe von Krediten kümmert. Sind Kreditinstitute bei der BaFin angemeldet, wird dies im Regelfall irgendwo erwähnt, beispielsweise im Impressum oder in den AGB. Wer daran zweifelt, ob es sich um ein seriöses Kreditinstitut handelt, kann die an die Unternehmen vergebenen Lizenzen auf der Webseite der BaFin (www.bafin.de) selbst nachschauen. Ist dort nichts verzeichnet, handelt es sich nicht nur um einen Kredithai, sondern auch um einen Kriminellen, der ahnunglosen Kreditnehmern das Geld aus der Tasche zieht.

Woher stammt das Geld?

Bis vor wenigen Jahren waren die Konditionen von Krediten noch einigermaßen streng reguliert. Heute sieht das Europarecht jedoch nur noch vor, dass die entsprechende Summe vorhanden sein muss, was Kredithaien relativ freie Hand gibt, wie sie ihre Verträge gestalten. Dabei ist es übrigens unerheblich, ob man sein eigenes oder fremdes Geld verleiht, weswegen viele der Kredithaie gar keine eigenen Kredite vergeben, sondern lediglich vermitteln. So schlagen sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn einerseits verlieren sie nicht ihr eigenes Geld falls der Kunde nicht bezahlt, andererseits können sie so für die Vermittlung teilweise immense Kosten verlangen.

Man sollte sich vor der Unterzeichnung des Vertrags also genau durchlesen, woher das verliehene Geld eigentlich stammt, damit die Kredithaie nicht doppelt verdienen.

Zins und Zinseszins

Verlangen Banken und Kreditinstitute zu hohe Zinsen bei der Vergabe von Krediten, spricht man von “sittenwidrigen Zinsen”, die vor Gericht sogar zur Vertragsauflösung führen können.
Leider ist nicht genau festgelegt, wo der Wucher beginnt, weswegen man vor den Vertragsverhandlungen am besten mehrere Angebote miteinander vergleicht.

Der Zinssatz heutiger Ratenkredite liegt im Regelfall zwischen 3,5 und 12%.

Alles, was darüber hinausgeht, muss vor Gericht nicht unbedingt als sittenwidrig gelten, ist aber definitiv Wucher und sollte nach Möglichkeit gemieden werden. Etwas anders verhält es sich übrigens bei Dispositionskrediten bzw. geduldeter Überziehung. Hier werden ganz bewusst höhere Zinsen angesetzt, da die flexible Verfügbarkeit mit einem höheren Verwaltungsaufwand verbunden ist.

Bonitätsversprechen

Wer einmal in Not gerät, arbeitslos ist, zu viele Schulden hat oder bereits Ratenkredite in Anspruch genommen, diese aber nicht zurückbezahlt hat, der wird beim weiteren Versuch einer Kreditaufnahme im Regelfall eine Absage bekommen. Dies liegt daran, dass – wie bereits erwähnt – die Kreditinstitute versuchen, ihr Risiko so niedrig wie möglich zu halten. Eine heute oft benutzte Methode zur Bewertung des Risikos oder der sogenannten “Bonität” ist das SchuFa-Scoring.

Die SchuFa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist ein prinzipiell unabhängiges Unternehmen, hat jedoch so viele Mitglieder, dass sich auch Kreditgeber häufig daran orientieren. Im Gegensatz dazu werben unseriöse Kreditinstitute oft mit Phrasen wie “auch bei negativer SchuFa” oder “keine Bonität vorausgesetzt”, um vor allem verzweifelte Kreditnehmer in die Falle zu locken.

Fazit

Obwohl uns vor allem das Internet suggeriert, das Kredite auf Bäumen wachsen und man sich innerhalb weniger Stunden immense Summen leihen könne, steht hinter solchen Lockangeboten im Regelfall ein Kredithai, dessen Zinsen sich im Bereich des Wuchers bewegen und der im schlimmsten Fall ohne entsprechende Überwachung der BaFin, also illegal, handelt. Auch hinter Kreditvermittlern stecken oft Kredithaie, die ihr eigenes Geld nicht verlieren möchten.

Wer ganz sichergehen möchte, sollte die Angebote nach unseren hier beschriebenen Aspekten prüfen. Dann haben Kredithaie keine Chance.

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