Renovierungskredit

Wer eine Immobilie besitzt hat in Deutschland einen beständigen Wert, der einen großen Teil zur finanziellen Absicherung beitragen kann. Dabei ist es unwichtig ob Haus oder Wohnung, eigener Wohnraum ist eine bleibende Sicherheit. Ist das Eigenheim erst abgezahlt, bleiben nur Erhaltungskosten und Nebenkosten womit die Ausgaben zum Leben deutlich günstiger sind als bei Wohnraum der zur Miete bewohnt wird.

Syda Productions /shutterstock.com

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Welche Verwendungszwecke sind zulässig

Grundsätzlich liegt die letztendliche Entscheidung bei der Bank, die den Kredit vergeben soll. Wir haben hier aber die üblichen Verwendungszwecke aufgelistet:

  1. Erneuerungen der sanitären Anlagen
  2. Verlegung neuer Böden
  3. Einsetzen neuer Zimmertüren
  4. Austausch der Tapeten, oder Malerarbeiten

Wer seine eigenen vier Wände hat, der ist aber auch mit der Instandhaltung in der Pflicht. Wenn Reparaturen anfallen, Anbauten geplant sind oder auch größere Erneuerungen notwendig werden, können größere Summen zusammenkommen. Können diese nicht aus der eigenen Tasche finanziert werden, kann ein Renovierungskredit der richtige Weg sein.

Wodurch sich der Renovierungskredit von anderen Kreditarten unterscheidet und wie Sie den günstigen Kredit finden, erklären wir im Folgenden.

  • Geld sparen bei der Renovierung
  • Günstige Zinsen beim Renovierungskredit: Durch die obligatorische Zweckbindung, sind die Zinsen oft besser, als beim Ratenkredit ohne Zweckbindung
  • Selbst tätig werden: Wer die notwendigen Materialien direkt im Baumarkt kauft, kann die Investitionssumme verringern. Mit einer kleineren Summe ist auch der Kredit einfacher zu bekommen. Der Handwerker schlägt bei der Materialbeschaffung in der Regel immer drauf. Lassen Sie den Handwerker kommen und beschaffen Sie die notwendigen Materialien selbst.
  • Auf Rechnung bestehen: Die angerückten Handwerker nicht bar bezahlen und wenn doch auf eine Rechnung bestehen. Diese kann steuerlich geltend gemacht werden.

Wie definiert sich der Renovierungskredit

Ein Renovierungskredit ist einem herkömmlichen Ratenkredit sehr ähnlich. Es wird eine bestimmte Kreditsumme auf einen festen Kreditlaufzeit zu einem festgelegten Zinssatz aufgenommen. Die Aufgenommene Kreditsumme wird monatlich über die Kreditlaufzeit getilgt. Der große Unterschied zum Ratenkredit liegt im Verwendungszweck. Beim Ratenkredit ist dieser nicht bestimmt und der Kreditnehmer kann frei über die Kreditsumme verfügen.

Beim Renovierungskredit muss der Kreditnehmer die Kreditsumme auch für die angegebene Immobilie und die Renovierungsarbeiten verwendet werden. Wie genau die Arbeiten im Vertrag festgelegt sind, wird von Bank zu Bank unterschiedlich definiert.

In der Regel wird ein Renovierungskredit nur von Eigentümern aufgenommen. Theoretisch kann auch der Mieter für seine Mietwohnung einen Renovierungskredit aufnehmen. Ob ein Mieter allerdings einen Kredit aufnehmen möchte, um in seine Mietwohnung zu investieren bleibt fraglich.

Oft verwechselt mit dem Modernisierungskredit

Der Modernisierungskredit ist beim Verwendungszweck ähnlich wie der Modernisierungskredit. Beide Kredite sind zweckgebunden auf eine Immobilie, allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied. Der Modernisierungskredit muss den Wert der Immobilie steigern. Zum Beispiel könnte vom Modernisierungskredit eine energetische Sanierung vorgenommen werden.

Modernisierung laut Gesetz

Eine Modernisierung laut § 555b BGB ist vom Gesetzgeber genau definiert, dabei handelt es sich um bauliche Veränderungen:

  1. durch die in Bezug auf die Mietsache Endenergie nachhaltig eingespart wird (energetische Modernisierung),
  2. durch die nicht erneuerbare Primärenergie nachhaltig eingespart oder das Klima nachhaltig geschützt wird, sofern nicht bereits eine energetische Modernisierung nach Nummer 1 vorliegt,
  3. durch die der Wasserverbrauch nachhaltig reduziert wird,
  4. durch die der Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöht wird,
  5. durch die die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessert werden,
  6. die auf Grund von Umständen durchgeführt werden, die der Vermieter nicht zu vertreten hat, und die keine Erhaltungsmaßnahmen nach § 555a sind, oder
  7. durch die neuer Wohnraum geschaffen wird.

Der Gesetzestext ist allerdings nicht bindend für Banken, sondern festgelegt für Vermieter. Was genau die Bank alles akzeptiert für einen Modernisierungskredit muss im Einzelfall geklärt werden.

Wie kann man günstige Zinsen erhalten

Günstig sind die Zinsen aktuell für alle Kreditarten, was mit der Niedrigzinsphase zusammenhängt. Wer aber unter den sowieso schon günstigen Angeboten, die günstigsten finden will, der sollte unseren Kreditvergleich nutzen. Folgende Faktoren wirken sich auf die Zinsen aus:

  • Die Kreditsumme
  • Die eigene Bonität
  • Sicherheiten die im Notfall gepfändet werden können
  • Die angestrebte Kreditlaufzeit

Die Kreditsummen beim Renovierungskredit sind sehr flexibel. Bei der Laufzeit ist zwischen 12 und 120 Monaten alles möglich, wobei sich die meisten Kredite zwischen 24 und 84 Monaten bewegen.

Der Austausch von Fenstern oder der Haustüre geht meist Hand in Hand mit einer energetischen Sanierung und fällt dann in den Bereich eines Modernisierungskredits. Ob diese Arbeiten im Einzelfall aber auch durch den Renovierungskredit gedeckt werden können gilt es abzuklären. Definitiv ausgeschlossen vom Renovierungskredit sind Investitionen in die Küche.

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