Überschuldung in Deutschland nimmt zu - Günstige Kredite im Kreditvergleich

Überschuldung in Deutschland nimmt zu

Die jüngste Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, belegt, dass die Zahl der Haushalte, die als überschuldet gelten, gegenüber 2016 zugenommen hat. Insgesamt 65.000 Personen mehr lassen die Zahl der überschuldeten Menschen auf 6,91 Millionen steigen. Als überschuldet gilt, wer seine laufenden Ausgaben nicht mehr durch die laufenden Einnahmen decken kann.

Regionale Konzentration

Der Schuldneratlas der Creditreform zeigt, dass es durchaus regionale Konzentrationen gibt. Die drei Städte mit der größten Zahl überschuldeter Haushalte liegen alle drei in Nordrhein-Westfalen.

schuldneratlas

Erschrecken ist, dass trotz der boomenden Wirtschaft hierzulande im zweiten Jahr nacheinander mehr als zehn Prozent der Erwachsenen als überschuldet gelten.

Den traurigen Spitzenplatz nimmt dabei Duisburg mit 17,4 Prozent seiner Einwohner über 18 Jahren ein. Mit etwas Abstand folgt Dortmund mit 14,44 Prozent, gefolgt von Essen mit 13,76 Prozent.

Berlin weist immerhin noch eine Quote von 12,63 Prozent auf. Das positive Schlusslicht bildet Bayern mit 7,47 Prozent, Vorletzter ist Baden-Württemberg mit 8,31 Prozent hinter Thüringen (9,25 %).

Auffällig ist auch die Häufung in Sachsen-Anhalt, während Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern im Mittel liegen.

Wer ist überschuldet?

Zunächst einmal galt die Analyse von Creditreform der geschlechtlichen Unterscheidung. Bei 4,23 Millionen Männern liegt die durchschnittliche Schuldenlast bei 35.200 Euro. Mit durchschnittlich 24.700 Euro sind 2,67 Millionen Frauen überschuldet.

Aufgegliedert nach Altersgruppen finden sich die meisten Schuldner im Alter zwischen 30 und 39 Jahren. Hier sind es 1,92 Millionen Personen. Am drastischsten zeigte sich die Zunahme bei den über 70Jährigen. In dieser Altersgruppe gab es einen Zuwachs von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Immerhin können in dieser Gruppe 190.000 Personen ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Eine der Ursachen bei den Senioren vermutet Creditreform in den zu niedrigen Renten.

ueberschuldung

Quelle: Schuldneratlas 2017

Welche Gründe gibt es für die Überschuldung?

Laut Creditreform lassen sich fünf hauptsächliche Gründe festmachen, die zu 67,6 Prozent aller Überschuldungsfälle führen.

  • Arbeitslosigkeit mit 20,2 Prozent
  • Erkrankung, Unfall, Sucht mit 15,3 Prozent
  • Trennung, Scheidung oder Tod des Partners mit 12,8 Prozent
  • Unwirtschaftliche Haushaltsführung mit 10,9 Prozent
  • Wirtschaftliches Scheitern mit einer selbstständigen Tätigkeit mit 8,4 Prozent

Weitere Gründe liegen unter anderem im Konsum. Hochwertige Nahrungsmittel oder kostenintensive Hobbys tragen ebenfalls zu einer Überschuldung bei. Der Schuldneratlas benennt eine Gruppe, die in diesem Zusammenhang besonders auffällt, die „Weiter-so“-Strategen. Dieser Personenkreis will seine Zugehörigkeit zur Mittelschicht nicht verlieren und hält trotz gesunkener Einkünfte seinen bisherigen Lebensstil, kreditfinanziert, bei.

Steigende Überschuldungsquote bei guter Wirtschaftslage?

Was eigentlich ein Widerspruch sein sollte, kann auch die Ursache sein. Stabile Arbeitsplätze verleiten häufig dazu, kreditfinanzierte Anschaffungen über das eigentlich Machbare hinaus zu tätigen. „Unwirtschaftliche Haushaltsführung“ als Grund für eine Überschuldung hat seit 2008 um 13 Prozent zugenommen. Noch drastischer fällt der Anstieg bei den Ursachen „Krankheit, Unfall und Sucht“ aus. Hier stieg die Quote um 39 Prozent.

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