Die Schufa-Auskunft

Die Schufa Holding AG, Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, wurde im Jahre 1927 durch die Berliner städtische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, kurz BEWAG, ins Leben gerufen, um das Zahlungsverhalten von Kunden zu beurteilen, denen man elektrische Haushaltsgeräte geliefert hatte, die in Raten abzuzahlen waren. Das Geschäftsprinzip der Schufa basierte auf der Tatsache, sich durch Zahlen in bezug auf die Bonität und das Zahlungsverhalten von Kunden vor möglichen Zahlungsausfällen abzusichern.

carlos castilla /shutterstock.com

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Die Schufa heute

Heute hat die Schufa ihren Hauptsitz in Wiesbaden. Ihr Geschäftszweck besteht noch immer darin, Kreditgebern gegen Bezahlung Daten von Personen zur Verfügung zu stellen, die Rückschlüsse auf Bonität und Zahlungsverhalten dieser Personen zulassen und den Kreditgebern dadurch einen optimalen Schutz vor möglichen Zahlungsausfällen zu verschaffen. Um ihre Geschäfte ausüben zu können, hat die Schufa Daten von knapp 70 Millionen natürlichen Personen sowie von mehr als 4 Millionen Unternehmen gesammelt und archiviert.

In jedem Jahr werden die Mitarbeiter der Schufa mit mehr als 100 Millionen Anfragen zur Kreditwürdigkeit von Personen konfrontiert, die sie zu beantworten haben. Anfragende Unternehmen sind beispielsweise Mobilfunkprovider, Versandhäuser oder Hausverwaltungen. Allerdings fragen auch Privatpersonen an, weil sie wissen möchten, was die Schufa zu ihrer Person an Daten gespeichert hat.

Der Inhalt einer Schufa-Auskunft

Geht bei der Schufa eine Anfrage nach der Kreditwürdigkeit einer Person ein, so wird diese bearbeitet und beantwortet. Die Schufa beantwortet solche Anfragen anhand folgender Daten:

  • Kontaktdaten von Personen (Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort, Geburtsname),
  • Anschriftsdaten (aktuelle und frühere Wohnanschriften),
  • Zahlungsbedingungen (laufende Kredite, laufende Leasingverträge, existierende Konten, existierendes Pfändungsschutzkonto, vorhandene Kreditkarten, Telekommunikationskonten, Kundenkonten bei Versandhändlern),
  • Zahlungsverhalten (angemahnte Forderungen von Gläubigern, offene Forderungen von Gläubigern, gerichtlich anhängige Rechtsstreitigkeiten bezüglich offener Forderungen von Gläubigern),
  • erfolgter Missbrauch von Konten oder Kreditkarten,
  • Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung, beantragtes oder eröffnetes Insolvenzverfahren, Verbraucherinsolvenzverfahren),
  • Branchensituation,
  • Konditionenempfehlung für die Aufnahme geschäftlicher Beziehungen.

Empfehlungen

Wer einen Kredit beantragen möchte, sollte vorher bei der Schufa anfragen, ob und wenn ja, welche Daten zu seiner Person dort vorliegen und gespeichert sind. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, regelmäßig bei der Schufa nach seinen Daten zu fragen, um deren Aktualität zu überprüfen und nicht beispielsweise bei einer Kreditanfrage eine böse Überraschung zu erleben, weil die bei der Schufa gespeicherten Personendaten fehlerhaft oder nicht aktuell sind.

Scoring

Gegenüber dem Anfragenden gibt die Schufa dann eine Aussage ab, wie hoch die statistische Wahrscheinlichkeit ist, wonach der potentielle Geschäftspartner seine Schulden aus Geld- oder Warenkredit pünktlich begleichen wird.

Wer bereits weiß, dass über ihn eine negative Schufa-Auskunft vorliegt,

aber dennoch einen Kredit benötigt oder einen Mobilfunkvertrag abschließen möchte, der sollte im Internet nach Kreditinstituten oder Mobilfunkprovidern recherchieren, die Kredite und Mobilfunkverträge auch bei Vorliegen einer negativen Schufa-Auskunft oder gänzlich ohne Schufa-Auskunft ausreichen.

Immer mehr Unternehmen erkennen nämlich die Gefahr, die von der Schufa in Bezug auf eine mögliche Beschränkung geschäftlicher Beziehungen ausgeht. Lange Zeit galt nämlich eine negative Schufa-Auskunft als absoluter Hinderungsgrund bei Kreditanfragen, Ratenkreditverträgen oder Mobilfunkverträgen.
Da es sich jedoch bei Telekommunikation oder Kreditaufnahme um Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens handelt, verzichten viele Anbieter inzwischen auf die Schufa-Auskunft.

Eine weitere Möglichkeit:

um trotz negativer Schufa-Auskunft das gewünschte Geschäft abschließen zu können, kann auch darin bestehen, dass der Betroffene Barzahlung anbietet oder entsprechende Sicherheiten hinterlegt. Viele Mobilfunkprovider geben heute beispielsweise auch Personen mit negativer Schufa-Auskunft Mobilfunkverträge, sogar in Verbindung mit einem neuen Smartphone.
Allerdings ist es dabei nicht selten üblich, dass das Smartphone dann nicht in monatlichen Raten, sondern in Barzahlung komplett bei Vertragsabschluss bezahlt werden muss.

Auch Kredite und Darlehen können mitunter trotz negativer Schufa-Auskunft beantragt und bewilligt werden, sofern der Antragsteller beispielsweise ausreichende dingliche Sicherheiten oder aber einen solventen Bürgen bereit stellen kann.

Legitimierung und Verhinderung von Schufa-Anfragen

Leider sind Schufa-Anfragen im geschäftlichen Miteinander heute absolut üblich. Jeder Verbraucher und jedes Unternehmen hat grundsätzlich das Recht, eine Schufa-Anfrage in Bezug auf historische Daten zu stellen. Auch aus datenschutzrechtlichen Gründen und Erwägungen heraus, lässt sich dies nicht wirksam verhindern, da die Schufa-Anfrage dem Kreditschutz dient. Auch Polizei, die Vollstreckungsbehörden und die Steuerfahndung greifen längst auf die Schufa-Daten zur Erfüllung ihrer Amtspflichten zu. Die Schufa begründet dies mit dem Hinweis darauf, dass ihre Tätigkeit jeden Kreditgeber in der Bundesrepublik Deutschland effektiv schützt und auch dazu beiträgt, beispielsweise den Verbraucher selbst vor Überschuldung zu bewahren.

Fehlerquoten und Missbrauch

Recherchen ergaben, dass die Daten der Schufa grundsätzlich mit einer sehr hohen Fehlerquote behaftet sind.
Viele Unternehmen, beispielsweise Telekommunikationsunternehmen, setzen ihre Kunden auch mit der Androhung eines negativen Schufa-Eintrages unter Druck, sofern diese Kunden von Zahlungsunfähigkeit oder Privatinsolvenz betroffen sind.
Es wurden auch bereits Fälle bekannt, wonach Telekommunikationsunternehmen ihren Kunden negative Schufa-Eintragungen in Aussicht gestellt hatten, sofern diese angekündigt hatten, ihren Telekommunikationsvertrag kündigen zu wollen.
Die Stiftung Warentest fand anlässlich von Untersuchungen heraus, dass beinahe 70 % aller Schufa-Daten unvollständig, fehlerhaft oder völlig veraltet waren.
Betroffene können in diesen Fällen zwar die Löschung der Daten verlangen, Schadensersatzklagen gegen die Schufa wegen Rufschädigung haben allerdings erfahrungsgemäß kaum Aussicht auf Erfolg.

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